Die Achillessehne ist die am stärksten ausgeprägte Sehne im menschlichen Körper und erbringt im Bewegungsablauf eine enorme Spannungsleistung. Eine Fehlstellung der Ferse - z.B. durch Kippstellung nach innen und aussen - verändert den Zugwinkel der Sehne und beeinträchtigt damit Ihre Funktion. 

Die Entzündung der Achillessehne (Achillodynie) oberhalb des Fersenbeins tritt oft bei Kindern und Sportlern auf. Überlastung der Achillessehne ist die übliche Begründung für diese Beschwerden. Verkrampfung, Schmerzen und die damit verbundene Schonhaltung führen oftmals zu einer Kettenreaktion von Beschwerden, die sich beispielsweise bis in die Hüfte oder die Wirbelsäule erstrecken können.

Gerade Kinder und Sportler tragen oft Turnschuhe mit weichen, dämpfenden Sohlen. Durch die Art, wie Menschen laufen, wird der äußere Sohlenbereich sehr stark belastet und verformt. Wenn das Sohlenmaterial weich ist, drückt es sich nach kurzer Tragezeit zusammen, sodass das Fersenbein nach außen abkippt. Dadurch wird die senkrecht von oben kommende Achillessehne am Fersenbeinansatz abgeknickt. Nun werden die äußeren Fasern der Sehne stärker gezogen als die inneren. Dies führt zwangsläufig zur Entzündung der Sehne.

Abhilfe ist leicht möglich und wirkt schnell. Man muss dafür sorgen, dass das Fersenbein gerade auf den Boden aufkommt. Zum einen sollte der Absatz des Schuhs nicht weich sein, zum anderen kann man mit einer außen angestützten Einlage die Beschwerden vermeiden. Das Ziel einer therapeutischen Massnahme ist die Korrektur der Fersenfehlstellung, damit die Achillessehne wieder ungehindert ihren Dienst verrichten kann.

Der Fersensporn (Kalkaneussporn) ist eine häufige Ursache für Fersenschmerzen. Durch Verkalkung (Verknöcherung) des Ansatzes der unteren Sehnenplatte am Fersenbein kommt es zu einer Auswölbung (Sporn) im unteren Fersen-bereich. Dieser "Sporn" ist Ursache für Gewebereizungen und Entzündungen, die schliesslich zu unangenehmen Schmerzen insbesondere bei Belastung der Fersenpartie führen.

Als oberen oder dorsalen Fersensporn (eher selten) bezeichnet man eine schmerzhafte knöcherne Ausziehung am Fersenbeinansatz der Achillessehne. Beide Arten verursachen oft starke Schmerzen beim Gehen. Eine Operation oder anderweitig langwierige Therapie lässt sich aber in vielen Fällen vermeiden. Bereits geeignete Schuheinlagen bringen oft erstaunliche Erfolge. Ziel einer therapeutischen Massnahme ist es, die gereizte Stelle mit speziellen Einlagen zu entlasten, damit sich das Gewebe wieder erholen kann.

Beschwerdenlinderung:

  • Orthopädische Einlagen mit punktgenauer Hohllegung der schmerzenden Partie und guter Abpolsterung.
  • Dehnung der unteren Fussmuskulatur.
  • Tragen von Schuhen mit Dämpfenden Absätzen.

X-Bein (Genu Valgum) und O-Bein (Genu Varum)

Idealerweise sollte das Bein mehr oder weniger gerade sein (eine leichte X-Beinstellung insbesondere bei Frauen ist normal). Das Kniegelenk sollte in der Geraden zwischen Hüftkopf (Beckenknochen) und Sprunggelenk (Aussenknöchel) liegen. Bei Abweichungen von dieser Achse (O-Bein oder X-Bein) kommt es zu Fehlbelastungen.

vorher

Starke Achsabweichung, X-Beine ohne Einlagen und Schuhe

nachher

Die geplante Operation zur Korrektur der X-Beine konnte aufgrund der konservativen othopädieschuhtechnischen Versorgung vermieden werden.

Genu Valgum

Beim O-Bein knicken die Kniegelenke nach aussen. Dadurch wird der innere Teil des Kniegelenkes mehr belastet als der äussere. Eine solche Fehlbelastung, insbesondere bei Übergewicht, führt zu Verschleiss: Der Knorpel wird abgerie-ben und der Innenmeniskus aufgefasert. Darüber hinaus kommt es durch das O-Bein je nach Ausprägung meist auch zu Fehlstellungen in anderen Gelenken, wie zum Beispiel Hüfte oder Sprunggelenk. Um das zu vermeiden, ist eine Korrektur der Kniegelenk-Achse, z.B. durch eine Schuhranderhöhung und/oder eine individuelle Einlage, anzustreben.

Dieser Begriff steht für eine eingeschränkte Beweglichkeit im Grundgelenk der Großzehe deren Ursache ein Gelenkverschleiß ist. Das Grosszehengrundgelenk ist am zweithäufigsten von arthrotischen Veränderungen betroffen, das Auftreten ist bei Frauen im Vergleich zu Männern gering vermehrt. Charakterisiert ist diese Erkrankung durch einen vergesellschafteten Bewegungsschmerz, der im Verlauf an Intensität zunehmend ist und den Grund zum therapeutischen Handeln liefert. Die Ursache des Gelenkverschleißes ist ein voranschreitender degenerativer Prozess im Verlauf des Lebens, seltener sind Unfälle mit Zerstörung der Gelenkflächen begründend.

Über eine Verschmälerung des Gelenkspaltes mit Ausbildung von reaktiven Knochenspornen kommt es vor allem zu einer schmerz-haften Streckhemmung der Großzehe beim Abrollen mit zunehmender entzündlicher Schwellneigung und vermehrter Verlagerung des Körpergewichtes auf den Fussaussenrand.

Die Behandlung ist abhängig vom Patientenalter und dem Stadium der Erkrankung. Beim frühzeitigen Erkennen ist durch spezielle Schuheinlagen ein Voranschreiten vermeidbar, später wird die operative Intervention meist erforderlich. Bei noch teilweise intaktem Knorpel werden störende Knochensporne und zerstörter Knorpel abgetragen, das Gelenk erweitert, gespült und geglättet. 

Ist das Gelenk vollkommen aufgebraucht, wird ein Teil des Grosszehengrundgliedes entfernt. Die Zehe bleibt hierbei beweglich, wenngleich ein Kraftverlust beim Abrollvorgang des Gehaktes die Folge ist. Eine andere Möglichkeit ist die Versteifung des Gelenkes, wenn gelenkerhaltende Operationen bei ausgeprägter Zerstörung nicht mehr in Frage kommen. Dies betrifft häufig jüngere Patienten mit Hallux Rigidus. Die Versorgung mit einem künstlichen Gelenkersatz ist zum aktuellen Zeitpunkt sehr kritisch zu bewerten und sicherlich nur in Ausnahmefällen indiziert.

Die Operation ist ambulant oder kurzstationär durchführbar, das Tragen eines Verbandschuhs mit voller Belastbarkeit vorübergehend erforderlich.

Beschwerdenliderung:

  • Hohllegung der Grosszehe durch Aussparung in der orthopädischen Einlage.
  • Spezielle Schuhe mit genügend Platz und integrierter Abrollung.
  • Bei starken schmerzen, leichte Schuhsohlenversteiffung mit Abrollung.

Der Hallux Valgus ist ein vergrösserter Grosszehenballen mit Abweichung der Grosszehe.

Er wird auch Überbein oder Frostballen genannt. Hallux Valgus ist eine Fehlstellung der Grosszehe, die durch Veran-lagung, aber auch durch falsches Schuhwerk oder in Folge eines Spreizfusses auftritt. Dabei neigt sich der grosse Zeh in Richtung der kleinen Zehen nach aussen, das Grundgelenk bzw. der Ballen tritt an der In-nenseite des Fusses deutlich hervor und neigt zu entzünd-lichen Reizungen. 

Ein Grossteil unseres Körpergewichts lastet genau auf dieser Fusspartie. Schmerzen und Druckstellen am Ballen signali-sieren einen eindeutigen Therapiebedarf. 

Beschwerdenlinderung:

  • Abpolsterung der Knochenvorsprünge
  • Gut Sitzende Schuhe mit entsprechend weitem Vorfussbereich oder der evtl. punktuell angepasst werden kann.
  • Druckverteilende orthopädische Einlagen.

Beim Knickfuss knickt das Fersenbein unter dem Druck des Körpergewichtes nach innen um. Die Fehlstellung beruht auf einer Knickstellung des Fersenbeins nach innen. Sie entsteht meist aus einer Bänder- oder Muskelschwäche, aufgrund von Übergewicht oder X- bzw. O-Beinen. Durch das Abknicken des Fersenbeins kommt es in vielen Fällen zusätzlich zu einer Abflachung der mittleren Fusswölbung bzw. zu einem Senk- oder Plattfuss.

Beim Senkfuss hat das Fersenbein seine Schrägaufwärtsstellung verloren; Sprungbein, Kahnbein, die 3 Keilbeine, das Würfelbein und die 5 Mittelfussknochen haben sich gesenkt, sodass das Fussgewölbe abflacht. Wenn überhaupt keine Wölbung besteht, wenn also Kahn-, Keil-, Würfelbein und die Mittelfussknochen flach auf dem Boden liegen, dann handelt es sich um einen Plattfuss. 

Eine doppelte Fehlstellung (Knick- und Senkfuss) schränkt die Abfederung und die natürliche Abrollbewegung beim Gehen und Laufen ein. Ziel einer therapeutischen Massnahme ist die natürliche Fusswölbung durch eine Einlagentherapie wiederzugewinnen und das eingeknickte Fersenbein in seiner Stellung zu korrigieren.

Beschwerdenlinderung:

  • Knickfuss: Sensomotorische Einlage mit dem höchsten Punkt unter dem Inneren-Knöchel um die Fussinnenrand hebende Muskulatur zu aktivieren.
  • Bei schwacher Muskulatur Längsgewölbestütze zur unterstützung  des abgeflachten Gewölbebogens und der Entlstung der Fussgelenke
  • Stabil gebaute Schuhe im Rückfuss

Was ist ein diabetischer Fuss?  Unter dem Sammelbegriff „diabetisches Fusssyndrom" versteht man Füsse von Diabetikern, die in hohem Masse gefährdet sind und deshalb bereits Schädigungen der Nerven, Arterien und/oder der Fussform aufweisen. Nicht jeder Diabetiker hat auch einen diabetischen Fuss! Ein lang schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel kann zu Folgeschäden führen.

Polyneuropathie PNP

Die Nerven sind beschädigt. Die Sensibilität wird beeinträchtigt und es kann bis zum vollständigen Verlust der Schmerzempfindung kommen. Das Alarmsystem des Körpers ist somit ausgeschaltet.

Arterielle Verschlusskrankheit AVK

Die Durchblutung ist gestört.  Bei AVK ist die Wundheilung stark beeinträchtigt.